Erklärungen und Einsichten in das Neue Testament

Offenbarung 30 : Über die Bergpredigt

Jesus – empfangen durch Dr Samuels am 1. Juni 1955, Washington, DC, USA.

Ich bin hier, Jesus.

Die heutige Botschaft beschäftigt sich mit der Bergpredigt — und welchen Zusammenhang es dabei mit der Neuen Geburt gibt. Wie du weißt, wurden diese Predigten nicht auf einmal gehalten, sondern zu verschiedenen Gelegenheiten, auch wenn die Schriften etwas anderes vermitteln. Die Bergpredigt ist das Ergebnis einer großen Anzahl von Predigten, die sich mit dem spirituellen Leben der Hebräer befassten und die in einer einheitlichen Form zusammengestellt wurden, um den beträchtlichen Wert dieser Wahrheiten deutlich zu machen.

Vieles, was hier gesagt wurde, zielte darauf ab, die natürliche Liebe des Menschen zu reinigen, denn dies war die einzige Liebe, die den Juden bekannt war. Diese Predigten dienten dazu, die Herzen der Menschen anzusprechen, um sie auf der Basis der Moralvorstellungen des Alten Testaments auf meine eigentliche Sendung vorzubereiten — der Erläuterung der Neuen Geburt und die Erklärung der Göttlichen Liebe.

Viele der Seligpreisungen, die heute in der Bibel stehen, wurden niemals so gesagt. Andere wiederum wurden gar nicht erst aufgeschrieben, aus dem Zusammenhang gerissen, mutwillig verkürzt oder so sehr verfremdet, dass der eigentliche Sinn und Inhalt verloren gegangen sind.

Als ich zum Beispiel seligpries, die arm im Geiste sind, waren damit weder die ungebildeten oder einfachen Leute gemeint, noch sprach ich jene an, deren Spiritualität nur rudimentär entwickelt war. Mit den Armen im Geiste zielte ich auf alle ab, die es bislang versäumt hatten, ihre seelische Reife zu befördern. Diese Menschen sollten jetzt die unwiederbringliche Gelegenheit erhalten, eins mit dem Vater zu werden, indem sie Ihn um Seine Göttliche Liebe bitten würden, um so einen Platz im himmlischen Reich Gottes zu erhalten. Niemals war es einfacher, wahre Unsterblichkeit zu erlangen — und je weniger meine Zuhörer durch andere, spirituelle Weltanschauung oder Programme “verbildet“ waren, desto leichter würde es ihnen fallen, aus der Tiefe ihrer Seele zum Vater zu rufen, um das Einströmen Seiner Göttlichen Liebe zu bewirken.

Als ich meine Hörerschaft wegen ihrer Sanftmut und Güte segnete und ihnen versprach, dass sie das Land erben werden, war damit gemeint, dass Gewalt, Streit und Krieg niemals dazu führen werden, eine persönliche Verbindung mit dem Vater aufzubauen. Nur wer sanftmütig und friedfertig ist, findet zurück in die göttliche Harmonie und kommt in Einklang mit den Gesetzen Gottes, um einst das Paradies zu erben, das all jenen offen steht, die ihre Seelen gereinigt und ihre natürliche Liebe vervollkommnet haben.

Um aber die Göttliche Liebe herabzurufen, genügt es nicht, Rache, Hass, Mord und falschen Ehrgeiz hinter sich zu lassen. Allein das Gebet um die Göttliche Liebe ist in der Lage, die menschliche Seele ein für alle Mal aus der Fessel der Sünde zu erlösen, um als wahrhaft erlöstes Kind Gottes Anteil an Seiner Göttlichkeit zu erwerben. Die Sanftmütigen und Gütigen, die das Land erben werden, erhalten weder irdischen Grundbesitz noch einen Platz im spirituellen Himmel: Es ist die Demut, die es ihnen ermöglicht, ein Heim in den göttlichen Sphären zu finden, um im Neuen Jerusalem zu leben, wo nur jene Seelen eintreten können, die aus dem bloßen Menschsein erhoben und in einen Engel Gottes verwandelt worden sind.

Als ich die Trauernden selig pries, weil sie getröstet werden würden, war nicht damit gemeint, dass es dem, der auf Gott vertraut, leichter fällt, den Verlust zu ertragen, wenn der Tod einen geliebten Mensch aus der Mitte seiner Angehörigen reißt. Auch wenn der Gedanke tröstlich stimmt, dass alle Menschen eines Tages sterben werden und die irdische Mühsal im Tod ein Ende findet, so ist diese Art des Trostes höchstens dazu geeignet, die natürliche Liebe des Menschen anzusprechen.

Wer allerdings verstanden hat, dass der Tod lediglich ein Übergang ist und Sterben nichts anderes bedeutet als seinen irdischen Leib zurückzulassen, für den verliert der Tod alle Schrecken. Jeder Mensch, der auf Erden stirbt, setzt sein Dasein als bewusste, lebendige Wesenheit fort, indem er als Seele, die von einem spirituellen Körper umhüllt ist, in das feinstoffliche Reich eingeht, das der Vater für Seine Kinder geschaffen hat. Hier hat die Seele die Gelegenheit, sich in Liebe zu entwickeln, um eine Glückseligkeit zu erlangen, die auf Erden nicht erreicht werden kann.

Das Grab ist lediglich der Ort, an dem das Fleisch seine verdiente Ruhe findet — der Verstorbene selbst lebt als spirituelles Wesen weiter, um sich fortan nur noch der Entwicklung seiner Seele zu widmen. Für die Hebräer, für die der spirituelle Aspekt des Todes keine Bedeutung hatte, war es deshalb mehr als tröstlich, aus meinem Munde zu erfahren, dass das Leben nicht mit dem Tod endet — und dass die Verstorbenen mitten unter uns sind, um uns nach Kräften zu helfen und uns auf unserem Lebensweg zu begleiten.

Auch die Seligpreisung, dass alle, die ein reines Herz haben, Gott sehen werden, hat zu vielen Missverständnissen geführt. Lass mich dir deshalb im Detail erläutern, was mit diesen Worten gemeint ist. Diese Segnung ist natürlich nicht wortwörtlich, sondern in einem übertragenen, spirituellen Sinn zu verstehen. Gott schauen kann eine Seele nur, wenn sie von der Liebe des Vaters verwandelt und eins mit Ihm geworden ist. Dabei sind es nicht die spirituellen Augen, die Gott sehen, sondern die Sinne der Seele, deren Wahrnehmung durch die Neue Geburt auf eine höhere Oktav gehoben worden sind. Nur ein Herz, das durch die Göttliche Liebe transformiert worden ist, wird zu einem reinen Herzen.

Um Gott zu sehen, genügt es nicht, die Seele zu reinigen und die natürliche, menschliche Liebe von allen Makeln und Befleckungen zu befreien. Dieser Weg führt allenfalls dazu, den Zenit der menschlichen Entwicklung zu erreichen, der mit dem spirituellen Himmel der Sechsten Sphäre — dem Paradies der Hebräer — seine Erfüllung findet. Alle, die den Stand der Vollkommenheit erreicht haben, den der Mensch vor seinem Fall einst innehatte, leben zwar in absoluter Glückseligkeit, dennoch bleibt es ihnen verwehrt, Gott zu schauen, denn dies kann nur, wer Anteil an der Göttlichkeit des Vaters erhalten hat.

Nur eine Seele, die von der Göttlichen Liebe gereinigt worden ist, kann Gott schauen, denn dafür ist es unumgänglich, dass sie von der Überfülle dieser Liebe aus allen Begrenzungen des Menschlichen erhöht und in eine göttliche Seele verwandelt worden ist. Wird eine Seele vom Menschlichen ins Göttliche transformiert, werden auch alle Sinne und Wahrnehmungsorgane dieser Seele in die Grenzenlosigkeit des Göttlichen erhoben.

Um Gott schauen zu können, muss der Mensch, der als Abbild des Vaters erschaffen wurde, in Seine ureigene Substanz verwandelt werden. Der Seele ist es zwar auch dann nicht möglich, Gott zu sehen — denn der Vater ist wie alles, was rein spirituell ist, unsichtbar —, durch die erweiterte Wahrnehmung ist es der Seele dann aber möglich, Gott zu erkennen und zu schauen, auch wenn sie ihn nicht sehen kann. Gott sehen heißt also nicht, mit dem physischen oder dem spirituellen Auge zu erkennen und zu schauen, sondern umschreibt das Vergegenwärtigen der Seele Gottes—aufgrund der Wahrnehmung, die durch die Liebe des Vaters Anteil an Seiner eigenen Natur erhalten hat.

Viele der Seligpreisungen hatten eine doppelte Bedeutung, denn als ich begann, die Liebe des Vaters zu predigen, war es den Juden oftmals nicht möglich, den Sinn meiner Worte zu erfassen. Um aber jenen, die mit dem Begriff der Göttlichen Liebe nichts anzufangen wussten, zumindest die Gelegenheit zu geben, ihre menschliche Liebe zu reinigen und zu läutern, wählte ich meine Worte so, dass alle, die bereit waren, mir zuzuhören, zumindest eine Anregung erhielten, einen Blick in ihr Herz zu werfen, um auf dieser Basis ihre natürliche Liebe zu reinigen und zu erheben.

Was ich allerdings nicht gesagt habe, ist die Seligpreisung all derer, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihnen gehört das Himmelreich. Diese Worte wurden mir in den Mund gelegt und sollten all jenen zum Trost dienen, die wegen ihres Glaubens verfolgt werden würden.

Ebenfalls nicht von mir stammt der Ausspruch, dass selig ist, wer um meinetwillen beschimpft, verfolgt und auf alle mögliche Weise verleumdet wird. Freut euch und jubelt: Euer Lohn im Himmel wird groß sein!

Niemals habe ich die Menschen gelehrt, an mich zu glauben — es sei denn als Lehrer oder Überbringer der Botschaft, die zu verkünden ich gesandt worden bin. Ich bin gekommen, den Menschen zu offenbaren, dass es möglich ist, eins mit Gott zu werden — nicht indem man sich oder andere opfert, sondern indem man voller Vertrauen und Hingabe zum Vater betet. Ich hatte niemals beabsichtigt, den Menschen, die meiner Lehre folgten, zum Schaden zu gereichen. Es ist offensichtlich, dass diese beiden Seligpreisungen erst viel später in den neutestamentlichen Text eingeschoben worden sind, als sich die junge Christengemeinde der Verfolgung ausgesetzt sah, die ihnen von den Juden, den Griechen und den Römern drohte.

Die Christen sollten damals ermutigt werden, treu zu ihrem Glauben zu stehen, indem ich lange schon vorausgesehen hätte, dass die Treue und Standhaftigkeit zu dieser Religion zu Tod und Verfolgung führen würde. Es war damals nämlich gängige Praxis, Themen und Fragestellungen, mit denen sich die junge, christliche Kirche auseinandersetzen musste, durch einen Einschub in die Schriften anzusprechen und zu lösen, wobei der Interpolation Gewicht und Autorität verliehen wurde, indem man sie mir zugeschrieben hat. Auch wenn diese Einschübe in guter Absicht erfolgt sind, haben sie doch oftmals die Wahrheit entscheidend verfremdet und meiner eigentlichen Botschaft eine andere Aussage gegeben. Es ist deshalb eine große Aufgabe, die Wahrheit von dem zu trennen, was auf der Vorstellungskraft und der Phantasie der frühen Bibelbearbeiter beruht.

Ich denke, dass ich für heute genug geschrieben habe. Ich bin froh und dankbar, dass du mir die Gelegenheit gegeben hast, dir diese wichtigen Punkte zu erläutern. Beschäftige dich bitte weiterhin mit dem Neuen Testament, denn nur so steht mir eine fundierte Grundlage zur Verfügung, auf der ich meine Berichtigungen und Korrekturen aufbauen kann. Bete noch viel mehr um die Liebe des Vaters, denn nur dann ist es mir möglich, mit dir in Kontakt und Verbindung zu treten.

Zusammen mit vielen Engeln Gottes werde ich zum Vater beten, Er möge euch mit Seiner wunderbaren Liebe segnen, damit ihr beide — du und der Doktor — vollkommen von der alles verwandelnden Kraft Gottes durchdrungen werdet. Mach dir keine Sorgen, was deine materiellen Angelegenheiten betrifft — wir arbeiten unermüdlich daran, deine Gesamtsituation zu verbessern und zu stabilisieren. Ich wünsche dir eine gute Nacht und sende dir meinen Segen.

Jesus der Bibel, Meister der göttlichen Himmel.